11 November 2013

Herbst, Winter, Gemüse! und Rosenkohl in Currysahne

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich zu den Menschen gehöre, die auch im Herbst und Winter mal gerne zum guten alten Sommergemüse greifen. Ich muss nur eine Zucchini oder Tomate sehen und schon bekomme ich Hunger und tausend Ideen, was man damit alles anstellen könnte.

Jedes mal muss ich mich dann selbst mit erhobenem Zeigefinger daran erinnern, dass doch auch das Herbst- und Wintergemüse ein wenig Beachtung verdient. Saisonal einzukaufen hat schließlich viele Vorteile, wie wir alle wissen. Und mal ehrlich - so eine Kürbissuppe zum Beispiel ist ja auch was Feines.


Bei anderen Gemüsesorten brauche ich aber ehrlich gesagt Hilfe. Nicht nur, was die Rezeptideen angeht, sondern auch die Verarbeitung. Was mache ich denn mit Zuckerhut oder Topinambur? Wie schäle ich den? Wie lange kocht das eigentlich? Und Schwarzwurzeln - was macht man jetzt genau damit? So sieht es zumindest in meinem Kopf oft aus, wenn ich vor diversen Wurzeln und Blättern stehe. Völlige Ratlosigkeit macht sich breit. 

Menschen wie mir hat sich Food-JournalistinCornelia Schinharl jetzt angenommen. In Herbst, Winter, Gemüse!, das kürzlich im GU Verlag erschienen ist, findet sich quasi alles, was in der kalten Jahreszeit so aus dem Boden sprießt. 
Und weil bestimmt einige von Euch im Winter genauso ratlos vor dem Gemüseregal stehen wie ich, stelle ich Euch dieses feine Büchlein heute gleich mal vor. 

Kurzbeschreibung:
"Hauptsache Gemüse! Auch in der kalten Jahreszeit wird das Angebot an heimischem Gemüse auf dem Wochenmarkt und in der Gemüseabteilung immer bunter und vielfältiger. Doch: Was tun mit Kürbis, Topinambur und Co.? Dieses Kochbuch ist für alle, die angesichts der vielen Wurzeln und Knollen ratlos vor dem Gemüseregal stehen: Sie erfahren alles rund ums Herbst- und Wintergemüse - das nötige Wissen für den Einkauf, genaue Bild-Anleitungen zum Gemüseputzen und natürlich viele Rezeptideen von schnell und einfach bis raffiniert und beeindruckend. Besonders unbekannte Gemüsesorten werden charmant vorgestellt, und sehr bekannte Gemüsesorten zeigen sich von ganz neuen Seiten. So braucht niemand den ewig gleichen Grünkohl-Eintopf essen, um auch im Winter seine Vitaminration zu decken."

Inhalt und Gestaltung:

Das Layout des Buches ist insgesamt sehr dezent gehalten und lebt von den schönen Food-Fotos. Diese sorgen natürlich auch für den herbstlichen Farbtupfer.


Die Aufteilung des Buches mit seinen originell gewählten Kapiteln gefällt mir ganz besonders gut:

- Davor & Dazu (hier findet ihr kleine Vorspeisen und Beilagen)

- Aus der Suppenschüssel

- Marktfrisch, Ofenfrisch

- Aus Topf und Pfanne

Bevor es aber mit den Rezepten losgeht, gibt das Buch eine schöne Übersicht, mit was für Gemüsesorten wir es auf den folgenden Seiten überhaupt zu tun haben werden. Oha - es ist einiges dabei, was ich noch nie im Leben gegessen, geschweige denn verkocht habe - darunter zum Beispiel Portulak und Winterrettich. Einzelne Gemüsesorten werden übrigens auch noch im Verlauf des Buches "im Portät" genauer vorgestellt, sodass man sich nicht nur Appetit holen, sondern gleich noch ein wenig Fachwissen anhäufen kann. Zum Glück gibt es zu allen Gerichten auch mindestens ein Foto, dann erkennt man das entsprechende Gemüse beim nächsten Marktbesuch auch gleich und muss sich nicht als Gemüse-Unwissender outen.

Zu den Bildern sei auch gleich noch gesagt, dass es zu manchen Rezepten sogar eine Schritt-für-Schritt-Bebilderung gibt - besonders für Kochneulinge ist das natürlich nie verkehrt.

Die Rezepte:

Wer mir eine Petersilienwurzel schmackhaft machen will, der muss sich schon was einfallen lassen. Da kann man nicht einfach mit 0-8-15-Rezepten daherkommen und sagen: "mmmh, lecker Wurzeln essen". Zumindest würde mich das jetzt nicht überzeugen. Cornelia Schinharl schafft es aber zum Glück, die Gemüsesorten in so raffinierte Rezepte einzubinden, dass Wintergemüse nicht nur vielseitig ist, sondern sich auch noch hervorragend in die zeitgemäße Küche einbauen lässt. Da findet Ihr dann zum Beispiel eine indische Linsensuppe mit Rotkohl und Cranberrys, einen Pastinaken-Möhren-Auflauf mit Nüssen oder ein Kürbisbrot mit Apfel-Senf-Butter.

Der Selbstversuch: 

Nachgekocht habe ich aus dem Buch bisher den Rosenkohl in Currysahne. Und bevor ihr jetzt gleich schreit "iiiih, Rosenkohl", lasst Euch gesagt sein - der ist wirklich total lecker!


Es scheint ja generell zwei Sorten von Menschen zu geben. Die einen, die Rosenkohl mögen und die anderen (vermutlich sogar die Mehrheit), die Rosenkohl hassen. Nachdem ich Rosenkohl eigentlich immer gehasst habe, gehöre ich neuerdings, genauer gesagt seit dem letzten Winter, zu den Rosenkohl-Liebhabern. Es kommt ganz einfach darauf an, wie man ihn zubereitet.

In einer Mehlschwitze macht mich Rosenkohl nämlich ehrlicherweise auch nicht an. So gar nicht. Aber letztes Jahr habe ich herausgefunden, dass er in Currysauce ganz prima schmeckt. Also wirklich richtig, richtig prima. Keine Bitterkeit, kein penetranter Kohlgeschmack.

Rosenkohl in Currysahne

600 g Rosenkohl
1 Stange Lauch
1 Stück Ingwer (4cm)
1 Tl Currypulver
200 ml Gemüsebrühe
1/2 Bund Petersilie
100 g Sahne
1 Tl Zitronensaft
Salz

Den Rosenkohl putzen und dir Röschen je nach Größe halbieren oder vierteln. Den Lauch putzen und in feine Ringe schneiden. Den Ingwer schälen und fein hacken.

Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen und den Rosenkohl, Lauch und Ingwer darin unter Rühren andünsten. Mit Currypulver bestäuben und kurz anschwitzen. Mit Brühe angießen und zugedeckt bei schwacher bis mittlerer Hitze ca. 10 Minuten bissfest andünsten (ich mag den Rosenkohl gerne was weicher, daher waren es bei mir 15 Minuten).

Die Petersilie wachen, trocken schütteln und fein hacken. Mit der Sahne unter den Rosenkohl mischen und einmal aufkochen lassen. Mit Salz und Zitronensaft abschmecken und servieren. 
Mein Fazit:

Wie oben schon vorweg genommen fand ich den Rosenkohl nach diesem Rezept extrem lecker. Er hat mir sogar so gut geschmeckt, dass ich die Reste kalt direkt aus dem Kühlschrank gegessen habe. Meine Mutter fand das relativ abartig. Natürlich müsst Ihr den Rosenkohl nicht kalt essen. Ich erwähne es lediglich, um zu verdeutlichen, WIE überaus gut er mir geschmeckt hat.

Gedacht war der Rosenkohl im Buch übrigens als Beilage zu Huhn, Schweinefleisch oder Pellkartoffeln. Ich habe ihn jedoch auch gerne pur bzw. am nächsten Tag mit etwas Reis gemischt gegessen.

Herbst, Winter, Gemüse! ist ein schönes, saisonales Kochbuch für alle, die sich auch in der kalten Jahreszeit mal quer durch das Gemüseregal futtern möchten. Ob man die Gemüsesorten schon kennt oder sie erst kennen lernen möchte spielt dabei keine Rolle - die Rezepte sind so originell, dass man bestimmt noch Varianten findet, die man noch nicht kennt.

Als GU-Fan wurde ich auch diesmal nicht enttäuscht - die doppelt und dreifach getesteten Rezepte halten einfach, was sie versprechen. Ich kann das Buch bedenkenlos empfehlen.

Auf einen Blick: 

Cornelia Schinharl
160 Seiten, mit ca. 150 Farbfotos
Format: 18,5 x 24,2 cm, Hardcover
14,99 € (D) / 15,50 € (A) / 21,90 CHF (SFr.)
ISBN: 978-3-8338-3438-7


Mein Timing für die Rezension ist übrigens ziemlich gut (ich klopfe mir im Geiste selbst auf die Schulter), denn in dieser Woche findet jetzt schon zum 2. Mal die "Jeden Tag ein Buch" Aktion statt, die von Arthurs Tochter ins Leben gerufen wurde. 

Mehr dazu könnt ihr hier  bei Astrid nachlesen! 


Kommentare:

  1. Das Buch hatte ich auch schon in der Hand, jetzt hast du mir große Lust gemacht, es nochmal genauer zu begutachten! Dabei wollte ich mir doch erstmal kein weiteres Kochbuch zulegen, miste ;)
    Liebe Grüße, Mia

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  2. Hey,
    ich bin gehöre zum Pro-Rosenkohl-Team und ich kann ihn immer essen. Die Mehlschwitzensauce finde ich aber auch furchtbar, buäh! Ich habe ihn letztens in einer Tomatensuppe mit Spinat-Tortellini gemacht, war sehr lecker. Das mit der Currysahne finde ich total super, Curry hatte ich nämlich als Gewürz für Rosenkohl so gar nicht auf der Rechnung.
    Liebe Grüße!

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  3. Dieses Video fasst in den ersten 20 Sekunden sehr schön zusammen, was ich von Rosenkohl halte :D
    http://www.youtube.com/watch?v=hFzz6EZmkq8

    Das Buch klingt trotzdem sehr interessant, werde da bei Gelegenheit mal reinblättern. Danke für den Tipp!

    Hab eine gute Woche!
    Elena

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  4. Klingt super. Ich liebe Wintergemüse... und die Kochbücher, die ich von Cornelia Schirnharl kenne, sind wirklich klasse. Wie hoch ist denn der Anteil vegetarischer Rezepte?
    Lieber Gruß

    PS: Topinambur solltest du schnell probieren: Leeeecker!

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    1. Huhu! Ich würde sagen, dass etwa 2/3 der Rezepte vegetarisch sind :) Liebe Grüße!

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  5. Vielleicht sollte ich mir das Buch für meine Challenge auch anschaffen :)! Das mit der Currysahne klingt jedenfalls machbar. Ist gemerkt...

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  6. Das sieht ja super lecker aus!! Ich mag Rosenkohl ganz gerne, werde ich ganz bestimmt mal ausprobieren :-) Lg Jules

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  7. Ich habe dieses Buch auch schon eine Weile und liebe es heiß und innig. Ich hoffe Frau Schinharl beglückt uns auch mit einem Frühlung, Sommer Buch. Der Rosenkohl in Currysahne war auch das erste Rezept, das ich nachgekocht habe. Lecker! Dazu gabs Bouletten.

    Liebe Grüße,
    Maria

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  8. ok, dann versuche ich es auch mal, eigendlich hasse ich Rosenkohl..... Zum Zuckerhut, als Salat in Streifen geschnitten mit einer süßen orangenvinegrette... ( hat mir unsere frühere Gemüsehändlerin empfohlen)
    LG silke

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  9. Danke für diese schöne Rezension, die schönen Fotos und das Rezept. Rosenkohl ist wirklich ein tolles Wintergemüse. Besonders wenn er im eigenen Garten steht, denn da kann man auch unter dem Schnee noch ernten. Schmeckt auch einfach nur mit Butter. Aber damit schmeckt wohl alles. :-)

    Liebe Grüße
    Anna

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  10. Genau das Problem habe ich auch…Wobei ich mich in letzter auch immer wieder bewusst dazu gebracht habe das saisonale Gemüse zu verarbeiten. Gerade gestern habe ich auch ROsenhokl gegessen! Das hat auch immer mehr oder weniger funktioniert, aber so ein neues Kochbuch wär auch mal wieder was…Ich bin ja süchtig nach Kochbüchern :P Danke, für die Idee!

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  11. Wow, ich suche schon ewig nach einem leckeren Rosenkohl-Rezept - ich gehöre auch zu den "Hassern" und mein Freund würde den aber gerne dauernd essen...jetzt habe ich zumindest schon eine Empfehlung aus meinem Lager:D Danke!

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  12. Hallo Ann-Katrin!! :) Ich habe eben doch tatsächlich das erste Mal in meinem Leben einen Sack Rosenkohl gekauft. Mein Freund hat nicht schlecht geguckt als er nach Hause kam. Wir haben unsere Bäuche jetzt auch schon mit dem Essen vollgeschlagen! RICHTIG lecker! Danke dir dafür!!!!
    Ganz liebe Grüße
    Kathrin

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    1. Huhu Kathrin! Schön von Dir zu lesen :) Freut mich ja total, dass ihr so eine gute 1. Begegnung mit Rosenkohl hattet - und so viel Vertrauen in das Rezept ;) da soll noch mal einer sagen, Rosenkohl schmeckt nicht, ne? ;) Von mir auch ganz liebe Grüße an Dich!

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  13. Ich esse total gerne Rosenkohl und das klingt sehr lecker!

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