17 Oktober 2014

Eifeler Landkuchen

Kennt Ihr das, wenn ein heiß geliebtes Rezept plötzlich wie vom Erdboden verschwunden ist? Da rutscht einem erst mal das Herz in die Hose. Manche Rezepte kann man vielleicht noch rekonstruieren oder so ähnlich im Internet wiederfinden. Aber manche Rezepte, die sind einfach weg - auf ewig.

So war es auch (zunächst!) mit diesem Rezept. Auch eine Suche im Internet war erfolglos. Tippt man "Eifeler Landkuchen" oder "Eifeler Land - Kuchen" bei Google ein, spuckt die Suchmaschine ca. 0,0 brauchbare Einträge aus. Ist das Rezept wirklich so einzigartig? Vermutlich nicht, aber anscheinend heißt der Kuchen nur bei uns zu Hause "Eifeler Landkuchen". Wie könnte man ihn also noch bei Google finden? Es war Schokolade drin. Und Zimt. Und Nüsse. Nüsse? Nee, Nüsse, glaube ich, waren doch keine drin. 

Es war zum Heulen. Wirklich. Meine Mutter wies jede Schuld von sich und ich hatte mit dem Verschwinden natürlich sowieso nichts am Hut. Mein Vater muss das Rezept verloren haben. Ganz bestimmt. Weil mein Vater ja auch immer so viel mit unserem Backordner zu tun hat. Nicht. 

Aber manchmal meint es das Leben auch gut mit einem und man findet ein lange vermisstes Rezept eben doch noch wieder! So zumindest in diesem Fall. Nun kann ich es ja auflösen: Ich war schuld, da ich ein anderes Rezept in die gleiche Klarsichthülle ÜBER den Eifeler Landkuchen gesteckt hatte. Shit happens. Das Rezept war also die ganze Zeit lang unter uns gewesen.

Da das Rezept also nun wieder da ist, halte ich es schnell hier fest, damit es nie, nie mehr verloren geht! Und wenn Ihr es ausdruckt und es Euch dann irgendwann verloren geht, dann spuckt Google es ab jetzt unter dem Titel Eifeler Landkuchen einfach wieder aus.  Genial, oder? Das digitale Zeitalter ist schon ziemlich wunderbar :)

(Vorausgesetzt natürlich, ihr vergesst den Namen "Eifeler Landkuchen" nicht, dann müsstet ihr Euch nämlich durch unzählige Schoko-Zimt-Irgendwas-Kuchen graben und wärt am Ende genauso verzweifelt wie ich.)

Wer sich jetzt über die ewig lange Vorgeschichte ärgert, dem kann ich sagen: so eine lange Vorgeschichte verdient nur der beste, saftigste Kindheitserinnerungs-Kuchen der Welt! Unbedingte Nachback-Empfehlung!


Eifeler Landkuchen

300 g Butter (zimmerwarm)
300 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
5 Eier, getrennt
300 g Mehl
2 Tl Zimt
3 Tl dunklen Back-Kakao
1/8 l Rotwein
1 Päckchen Backpulver
1 Prise Salz
200 g geraspelte Schokolade

Das Eiweiß Steif schlagen. Den Ofen auf 190 °C vorheizen 

In einer anderen Schüssel Butter, Zucker, Vanillezucker, Eigelbe und Rotwein nacheinander miteinander verrühren. 

Mehl, Zimt, Kakaopulver,  und Salz mischen und unter die feuchten Zutaten verrühren. Das geschlagene Eiweiß unterheben, bis eine homogene Masse entstanden ist. Zuletzt die Schokoraspel unterheben. 

Den Teig in eine gefettete Kranzform (Oder Guglhupf/ oder große Kastenform) geben und ca. 50-60 Minuten backen.

Tipp: Die Backzeit kann je nach Ofen ein wenig variieren. Sollte der Kuchen zu dunkel werden, zwischendurch mit etwas Alufolie abdecken. 

Mit einem Zahnstocher kann man gut testen, wann der Kuchen durchgebacken ist: Diesen zum Test tief in den Kuchen stecken, wenn man ihn ohne flüssige Teigreste herausziehen kann, ist der Kuchen fertig. 

Kommentare:

  1. Liebe Ann-Kathrin, das ist wirklich ein tolles Rezept. Ich kenne es als "Pfälzer Rotweinkuchen" ,-) aber auch deine anderen Rezepte sind alle toll. Ich gucke immer wieder gerne bei dir rein. Liebe Grüße

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  2. Hallo Ann-Kathrin,
    das hätte mir genauso auch passieren können! Ich kenne das Rezept von meiner
    Oma, da hiess es einfach "Rotweinkuchen".Lecker!
    Schönes Wochenende
    Monika

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  3. Hi,

    kleiner Tipp am Rande.

    Ich würde anstelle des Zahnstochers lieber einen Schaschlikspieß aus Holz vorziehen.
    Länger als der Zahnstocher.

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    1. Schaschlikspieß geht natürlich genauso gut :) Zahnstocher reicht meist, da man ja nur bis zur Mitte des Kuchens pieksen muss und nicht ganz durch. Wie auch immer, Hauptsache irgendein Stäbchen ;)

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  4. Seufz, Dein Eifeler Landkuchen sieht ja super aus und die Vorgeschichte ärgert mich überhaupt nicht. Vielmehr habe ich mich in jeder Zeile ein wenig wiedererkannt. Vom Verlieren des Rezeptes bis zu dem Suchen eines Schuldigen. Ganz genauso ist es hier auch immer ... zum Glück habe ich bisher alle wieder finden können. :)

    Liebe Grüße
    Sarah

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  5. Eine sehr coole Geschichte, mir ging es schon ähnlich. Da habe ich dann ein Gericht mühsam in Szene gesetzt, weiß aber nicht mehr genau, wie ich es gekocht habe... nun ja. Dein Beitrag hat mir sehr gefallen, deshalb habe ich ihn in meinem Wochenrückblick erwähnt.

    Lieben Gruß, Isabelle

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